Titelbild QUEER BLACK THEIR STORY MONTH – FEBRUAR 2021

QUEER BLACK THEIR STORY MONTH – FEBRUAR 2021

Februar ist Black History Month. Oder besser: Queer Black Their-Story Month! Das intersektionale BPoC-Kollektiv DEMASK feiert den ganzen Monat in Form einer freundlichen Übernahme der Gemeinde Köln.. Gemeinsam mit befreundeten Gruppen, Künstler_innen und Aktivist_innen kuratierten wir einen Monat voller queerer Schwarzer Überraschungen. Eine intersektionale Intervention – lehrreich, überfällig, liebevoll.

Ursprünglich in den USA erdacht, dienen die Feierlichkeiten und Aktionen im Februar als “Black History Month” dem Sichtbarmachen herausragender Schwarzer Persönlichkeiten in einer weitestgehend weiß-gewaschenen Geschichtsschreibung. Schwarze Geschichte, Narrative und Stimmen sind mehrdimensional, ihre Identitäten und Positionen vielfach verschränkt und ihre Möglichkeiten endlos. Das intersektionale, queer-feministische BPoC-Kollektiv DEMASK möchte daher mit einer freundlichen Übernahme der Gemeinde Köln zum “Queer Black Their-Story Month” aufrufen! (Öffentlichen) Raum einzunehmen ist in einer Zeit des Social Distancing kompliziert, doch auch ohne körperliche Nähe sind wir (digital) da, weil wir es schon immer waren. Gemeinsam mit befreundeten Gruppen, Künstler_innen und Aktivist_innen kuratierte DEMASK diesen #QBTM! Es wurde ausgestellt, etwas aufgebaut, hinterlassen, verlassen, aufgenommen und übernommen.

DEMASK (@demask_clgn) ist ein Kollektiv politisch engagierter Menschen mit dem Ziel, die vorherrschenden Vorstellungen von Geschlecht aus einer queeren intersektionalen Perspektive of Color zu hinterfragen. DEMASK organisiert Veranstaltungen von und für qt*i*BI*PoC in und um Köln und schafft interaktive Räume, um die Auseinandersetzung mit (Schwarz-)feministischen und postkolonialen Theorien zu fördern.

Wir kuratierten:

AKASHA DALEY – 13.02.

Bio: Akasha ist in England geboren und aufgewachsen. Schon in frühen Kinderjahren begann sie mit Theater und Tanz. 2019 startete sie ihr Studium des Physical Theatre an der Folkwang Universität der Künste. Zuvor war Akasha ein langjähriges Mitglied des „National Youth Theatre of Great Britain“. Akashas spezielle Fähigkeiten und Interessen widmen sich besonders dem „Story Telling“ in theatralen Räumen und Bewegungskontexten. Ihr Fokus liegt hierbei vornehmlich auf unerzählten und ungesehenen Geschichten fernab der Mainstream Medien

FIXED – GERMAN 

People of colour stehen im Leben vor klaren Barrieren. Doch was ist mit unsichtbaren Hindernissen? Denen, die nur sichtbar werden, wenn du sie am eigenen Leibe erfährst. „Fixed“ ist eine Physical Theatre Performance, die den Kampf, die Hoffnungslosigkeit und die Stärke von, vor allem sich als weiblich identifizierenden People of Colour erforscht.

FIXED – ENGLISH

People of colour face clear barriers in life. But what about invisible barriers? The ones that only become visible when you experience them first hand. „Fixed“ is a physical theatre performance that explores the struggle, hopelessness and strength of people of colour, especially those who identify as female

I DON’T SEE COLOUR – GERMAN 

„I don‘t see colour“ -eine Spoken Word Performance, wurde während der Black Lives Matter Proteste von Akasha Daley geschrieben. 

Nachdem sie mit ansehen musste, wie Schwarze Menschen weltweit und tagtäglich durch Polizeigewalt und Rassismus sterben. 

Nachdem sie müde ist, noch eine Ausrede zu hören, noch eine Entschuldigung, für das Schweigen über diese Taten. 

Sie ist müde, Gebete und Gedanken zuzuhören statt Taten zu sehen.

Dieser Text soll eine Antwort sein.

Eine Antwort für all diejenigen, denen bloßes „nicht rassistisch sein“ nicht ausreicht.

I DON’T SEE COLOUR – ENGLISH

„I don’t see colour“ -a spoken word performance,  written during the Black Lives Matter protests by Akasha Daley.

After watching Black people around the world die every day due to police violence and racism.

Akasha grew tired of people’s excuses. Tired of people’s silence and tired of listening to thoughts and prayers instead of seeing actions. This text is a response for all those whom simply believe „not being racist“ is good enough.

15.02.2021 Installation – OUR OWN TABLE –

OUR OWN TABLE

THIS IS OUR TABLE

TAKE A SEAT

DRINK SOME TEA WITH US

WE WILL LISTEN

WE WILL PROTECT YOU

THIS IS OUR TABLE

THESE ARE OUR RULES

COME IN

BE A PART

WE WILL KEEP THEM OUTSIDE

WE BUILT OUR OWN TABLE

Wir kreieren unsere eigenen Räume, in denen wir füreinander da sind, aufeinander Acht geben, Aufgaben und Kenntnisse teilen, uns schlichtweg ganzheitlich supporten. Ganzheitlich- damit meinen wir: so viele Lebensebenen wie möglich betrachtend, allumfassend.

Wir setzen eine diskriminierungssensible, intersektionale, antirassistische Haltung voraus und können selbst entscheiden, wer an dem von und für uns geschaffenen Tisch sitzt. Wir orientieren uns an Lebensrealitäten, Bedürfnissen und Herausforderungen, die uns im Alltag einer postmigrantischen Gesellschaft begegnen und bewegen. „OUR OWN TABLE“ bietet uns die Möglichkeit des Rückhaltes und des Austausches. In bewusstem Umgang mit dem Risiko, verurteilt oder missverstanden zu werden; für unsere Realitäten, unsere Gefühle, unseren Schmerz.

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19.02.21 HANAU

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1 JAHR HANAU  19. Februar 2020. 

Ein rassistisches Attentat. 

Neun Menschen wurden beim Terroranschlag in Hanau getötet.

Zum Tatort wurden zwei Shisha-Bars, ein Kiosk und das Auto von Vili Viorel Păun, welcher den Attentäter vor seinem Tod verfolgte und vergebens versuchte den Polizeinotruf zu erreichen. Die Menschen, die an diesen Orten aus dem Leben gerissen wurden, sind aufgrund eines rassistischen Tatmotives erschossen worden. Aufgrund ihres Aussehens. 

Warum?

1 JAHR HANAU 

Es bleiben Fragen, ohne Antworten, ohne Verständnis. 

Eine davon ist der verschlossene Notausgang in der Arena-Bar. Die Gäst:innen nehmen die Schüsse vor der Bar wahr. Können aber nicht durch den Notausgang entkommen, denn dieser ist zur Tatzeit verschlossen. 

Warum?

Wir stellen uns viele Fragen, dafür stellen wir heute ein Fluchtwegschild auf, setzen ein Zeichen. 

Ein Zeichen für die neueren Erkenntnisse darüber, dass die Notausgänge in der Bar anscheinend verriegelt wurden. 

Ein Zeichen dafür, dass die Personen keine Chance hatten, aus dem Raum fliehen zu können, als der Attentäter ihn betrat. 

Ein Zeichen dafür, dass wir Antworten wollen, dass wir eine Aufklärung fordern. 

Ein Zeichen dafür, dass unser Table Zuflucht bietet. 

Ein Zeichen dafür, dass wir am heutigen Tag gemeinsam trauern.  

SAY THEIR NAMES 

Gökhan Gültekin

Sedat Gürbüz

Said Nesar Hashemi

Mercedes Kierpacz

Hamza Kurtović

Vili Viorel Păun

Fatih Saraçoğlu

Ferhat Unvar

Kaloyan Velkov

Gabriele Rathjen

Hanau – English version

February 19th 2020.

A racist attack.

Nine people were killed in the terrorist attack in Hanau.

Two hookah bars and a corner store became the scene of brutal murders, as well as Viorel Păun’s car, who was pursuing the attacker and trying to contact the police emergency line to no avail before he died.

The people that were ripped from life in these places were shot because of racist motivations. Because of the way they looked.

Why?

We are wondering about many things. That’s why today we set up an emergency exit sign, setting a signal.

A signal for the new insights that the emergency exits in the bar seem to have been locked.

A signal for the fact that nobody in the bar had a chance to flee the room when the attacker entered.

A signal that we want answers, that we demand a real investigation.

A signal that our table can offer refuge.

A signal that we mourn together on this day.

SAY THEIR NAMES 

Gökhan Gültekin

Sedat Gürbüz

Said Nesar Hashemi

Mercedes Kierpacz

Hamza Kurtović

Vili Viorel Păun

Fatih Saraçoğlu

Ferhat Unvar

Kaloyan Velkov

Gabriele Rathjen