Titelbild 12/21 – 3: Hysteria

12/21 – 3: Hysteria

Im Rahmen des Projekts 12/21 findet im März die Ausstellung Hysteria von Lisa Jureczko und Ava Weis statt.

“The history of hysteria is a history of the relation between the colonizing father and the colonized devalued other.”

— Judith L. Alpert

Wurde Hysterie noch bis weit ins 19. Jahrhundert als psychische Frauen*krankheit gesehen und mit abstrusen, gewaltvollen Methoden behandelt, erlebt sie heute in Zeiten von Aufständen und Pandemien ein denkwürdiges Revival. Gender-Minorities, die weltweit um die ihnen zustehenden Rechte kämpfen, werden als hysterisch verschrien, immer mehr Bevölkerungen lehnen sich gegen diktatorische Staatsgewalt auf und werden dabei brutal niedergeschlagen. Betroffenen von psychischer und körperlicher Gewalt wird Unverständnis entgegengebracht und die Schuld für ihr Schicksal zugesprochen. Wer mit den eigenen Erfahrungen an die Öffentlichkeit tritt, wird nicht selten diffamiert und re-traumatisiert.

Aber was genau ist Hysterie? Welche Formen kann sie annehmen? Wann ist hysterisches Verhalten ein benötigter Aufschrei, wann ist es übertriebener Egoismus? Warum mangelt es an Unterstützung für Menschen, die nicht stillschweigend hinnehmen wollen, was mit ihnen geschieht? Wie schaffen es Politikerinnen in Zeiten von frei zugänglichen Informationen immer noch mit Polemik Ängste zu schüren? Diese und weitere Fragestellungen behandelt die Ausstellung „hysteria, die Mitte März 2021 im kollektiv drei in Wuppertal stattfindet. In den Räumlichkeiten können dabei Arbeiten diverser Künstlerinnen u.a. der Sparten Fotografie, Video, Performance und Lichtkunst gezeigt werden, die „Hysterie“ & unseren Umgang mit eben dieser thematisieren.